Geschichte des Bürger- und Schützenvereins Hüingsen e.V.

Die Geschichte des Bu.SV Hüingsen beginnt im Jahr 1919 – mit dem Wunsch, den Gefallenen des Ersten Weltkriegs ein Ehrenmal zu errichten. Aus dieser Initiative entwickelte sich ein Verein, der über Generationen hinweg das Leben in Hüingsen prägt und bis heute ein zentraler Bestandteil des Dorfes ist.


1. Die Anfänge (1919–1922)

1919 gründeten engagierte Hüingser Bürger einen Ehrenmalausschuss, um ein Denkmal für die Gefallenen zu errichten. Die treibende Kraft war Franz Bettermann sen. Bereits 1921 konnte das Ehrenmal dank Spenden und tatkräftiger Mithilfe eingeweiht werden.

Am Tag der Einweihung entstand der Wunsch, einen Bürgerverein zu gründen, der sich um das Denkmal und die Interessen des Ortsteils kümmern sollte.

1922 wurde dieser Verein offiziell gegründet. Er übernahm Aufgaben wie:

  • Pflege des Ehrenmals
  • Unterstützung von Kriegshinterbliebenen
  • Einrichtung einer Sterbekasse
  • Betreuung eines Missionskreuzes, das später an den Hüingser Ring versetzt wurde

2. Bürgerfeste & der erste Festplatz (1920er–1930er)

Der junge Verein feierte jährlich Bürgerfeste – zunächst hinter der Wirtschaft Rinsche, später auf Wienekes Wiese. Eine Vereinsfahne wurde angeschafft, und 1927 übernahm Wilhelm Rinsche den Vorsitz.

Schon früh entstand der Wunsch nach einem eigenen Festplatz. Bauer Franz Schauerte stellte ein Grundstück zur Verfügung, das die Mitglieder in Eigenleistung planieren und ausbauen. Es entstanden:

  • ein Schießstand
  • ein Tanzboden
  • ein Zeltgerüst

Der Verein wuchs auf 150–180 Mitglieder und bildete als Teil des Schützenvereins Lendringsen die 5. Kompanie.

1938 wurde der Bürgerverein nach Protesten gegen die Schließung der Hüingser Schule verboten und sein Vermögen beschlagnahmt. Die Vereinsfahne konnte mutig versteckt und so gerettet werden.


3. Neubeginn nach dem Krieg (1948–1950)

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden alle Schützenvereine zunächst aufgelöst. Doch viele Hüingser wollten ihren Verein zurück. Franz Krämer verhandelte erfolgreich mit der Militärregierung, und 1948 wurde der Bürgerverein neu gegründet.

1949 feierte Hüingsen das erste Bürgerfest nach dem Krieg. Dabei entstand – eher zufällig – die Idee eines Schützenvereins: Einige junge Männer trugen einen selbstgebauten Vogel durchs Zelt und lösten damit Begeisterung aus. Am Montag holte Anton Rinsche den Vogel mit einem Steinwurf herunter.


4. Vom Bürgerverein zum Schützenverein (1950–1970)

1950 wurde der Bürgerverein offiziell zum Bürger- und Schützenverein Hüingsen. Der Verein trat dem Westfälischen Heimatbund und später dem Sauerländer Schützenbund bei.

Die Schützenfeste wurden immer beliebter, sodass der Bürgerplatz mehrfach erweitert wurde. Wichtige Meilensteine dieser Zeit:

  • 1957: große Platzerweiterung
  • 1959: 40-jähriges Jubelfest
  • 1960/61: Ausbau des Schießstandgebäudes und Anschluss an die Kanalisation
  • 1964: weitere Modernisierung des Platzes

Der große Traum: eine eigene Halle

1965 wurde ein Küchenbau mit Gemeinschaftsraum errichtet – der erste Schritt Richtung Halle.

1968 fasste der Verein den mutigen Beschluss, eine eigene Kultur- und Schützenhalle zu bauen.

In beeindruckender Gemeinschaftsleistung entstanden:

  • Fundamente und Mauerwerk in Eigenleistung
  • Stahlkonstruktion durch Fachfirmen
  • Innenausbau durch Mitglieder und lokale Unternehmen

Am 31. Mai 1969 wurde die Halle feierlich eingeweiht – ein Meilenstein für das ganze Dorf.


5. Weiterentwicklung & Modernisierung (1970–2000)

Auch nach dem Hallenbau blieb der Verein active und investierte kontinuierlich in seine Anlagen.


Neue Vogelstange & Schützenplatz (1976–1977)

Über 1000 Arbeitsstunden flossen in die Gestaltung einer neuen Parkanlage und die Errichtung einer modernen Vogelstange. Der Schützenplatz wurde zum beliebten Treffpunkt – nicht nur während des Schützenfestes.


Schießstand & Kaminzimmer (1984)

Unter Leitung von Franz Semer entstand ein neuer Schießstand mit Kaminzimmer. In rund 7000 Arbeitsstunden wurde ein Gebäude geschaffen, das sowohl sportlichen Anforderungen als auch geselligen Anlässen gerecht wurde.

Renovierungen & Veranstaltungen

In den folgenden Jahren wurden u. a.:

  • das Hallendach erneuert
  • Innenräume modernisiert
  • Thekenanlagen neu gestaltet
  • zahlreiche Großveranstaltungen durchgeführt (u. a. Konzerte von Grobschnitt, Bläck Fööss, Höhner)

Auch die Pflege der Außenanlagen übernahmen die Kompanien und Offiziere.


Weihnachtsfeier der Senioren (ab 1996)

Eine neue Tradition entstand durch den Initiator und damaligen König Horst Rüschenbaum: Das amtierende Königspaar lädt bis heute die Senioren zu einer Weihnachtsfeier ein.


Große Renovierungen (1997–1999)

Mit einer Bausteinaktion wurden rund 40.000 DM gesammelt. Damit konnten:

  • Toilettenanlagen modernisiert
  • Bühnenbereiche verschönert
  • die Halle renoviert

6. Der Verein im Wandel (2000–2005)

Dorfprojekte & Infrastruktur

2002–2005 wurde ein umfangreiches Wasser- und Kanalsystem gebaut, um Niederschlagswasser in den Apriker Bach einzuleiten. Dies schützt die Halle bis heute vor Wasserschäden.

Öffnung für Frauen (2005)

Ein wichtiger historischer Schritt: Frauen können seit 2005 Mitglied werden und nach zweijähriger Wartezeit auch auf den Vogel schießen. Bereits im ersten Jahr traten 30 Frauen bei.


7. Das 100‑jährige Jubiläum (2019)

2019 feierte der Bu.SV Hüingsen e.V. sein 100‑jähriges Bestehen – ein ereignisreiches Jahr, das eindrucksvoll zeigte, wie lebendig und engagiert der Verein ist. Der Auftakt begann am Ehrenmal und setzte sich in der festlich geschmückten Schützenhalle fort, wo die neue Vereinsfahne feierlich präsentiert und geweiht wurde. Außerdem wurde der Jubiläumsfilm „100 Jahre Hüingsen – Zukunft braucht Vergangenheit“ uraufgeführt.

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Höhepunkte des Jubiläumsjahres waren ein viertägiges Jubiläumsschützenfest sowie ein großes Frühjahrsfest mit den „Rebländern“ und Schlagerstar Anna‑Maria Zimmermann, zu dem rund 750 Gäste in der Schützenhalle zusammenkamen.

Ein Jahr voller Veranstaltungen, Begegnungen und besonderer Momente, das die starke Gemeinschaft in Hüingsen eindrucksvoll sichtbar machte.


8. Renovierung des Kaminzimmers & Modernisierung des Schießstands (2021–2024)

Ein weiteres großes Kapitel der jüngeren Vereinsgeschichte begann 2021: Der Wunsch, das in die Jahre gekommene Kaminzimmer zu modernisieren, wurde in ein umfassendes Renovierungsprojekt überführt. In unzähligen ehrenamtlichen Stunden und mit Unterstützung mehrerer Sponsoren entstand ein komplett neu gestalteter Raum, der heute wieder als „Wohnzimmer des Vereins“ dient.

Das Kaminzimmer erhielt:

  • eine neue Thekenanlage
  • moderne Beleuchtung
  • neue Bestuhlung
  • eine vollständig erneuerte Raumgestaltung

Am 26. März 2023 wurden die modernisierten Räume erstmals der Hüingser Bevölkerung vorgestellt. Der 1. Vorsitzende Pascal Kissmer begrüßte zahlreiche Gäste und betonte die Bedeutung des Projekts für alle aktiven Gruppierungen des Vereins.

Parallel dazu wurde auch der Schießstand technisch modernisiert, sodass Training und Wettkämpfe weiterhin auf zeitgemäßem Niveau stattfinden können.

Die Arbeiten erstreckten sich über mehrere Bauabschnitte und wurden 2024 abgeschlossen.